Gastfreundschaft sollte man annehmen

Voriges Jahr war ich mit Nico unterwegs. Es war ein spontaner Trip. Freitagnachmittags waren wir beim Eis essen, als Nico fragte, ob wir nicht mal das Eis in Zandvoort ausprobieren sollten. Schon fuhren wir knapp 250 Kilometer nach Zandvoort.

Einheimische wissen Bescheid

Wir kamen gut durch und konnten tatsächlich vor Sonnenuntergang ein Eis am Strand von Zandvoort genießen. Dann beschlossen wir, das Wochenende in Zandvoort zu bleiben. Also musste eine Unterkunft her.

Nico weiß, dass ich viel unterwegs bin, und verließ sich ganz auf mich. Ich lotste ihn in ein chinesisches Restaurant, das etwas außerhalb des Zentrums lag. An den Tischen wurde weniger Deutsch gesprochen als im Rest des Ortes. Dies war offensichtlich ein Lokal, das bei den Zandvoortern beliebt war. So eine Lokalität hatte ich gesucht.

Wir setzten uns und bestellten die leckeren Saté-Spieße mit Reis. Dann drehte ich mich zu den Menschen am Nachbartisch um und sprach sie an. Ich fragte, ob sie vielleicht eine Übernachtungsmöglichkeit wüssten. Ich rechnete damit, dass irgendjemand aus dem Bekanntenkreis unserer Restaurantnachbarn vielleicht ein Zimmer vermietete. Aber nach einer kurzen Unterhaltung luden diese Menschen uns ein, bei ihnen zu übernachten. Wir freuten uns sehr, dass wir so schnell Erfolg hatten, und gingen gerne mit.

Unser großer Fehler

Mit unseren neuen Bekannten verlebten wir einen unterhaltsamen Abend. Sie hatten uns das Zimmer ihres abwesenden Kindes überlassen. Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen Frühstück, packten wir unsere Sachen und fragten, wie viel wir für die Übernachtung zu zahlen hatten. Sie wollten nichts haben. Sie hätten sich über unseren Besuch gefreut und wollten nichts annehmen. Nico und ich wollten das aber nicht akzeptieren und bohrten weiter. Bis schließlich die Stimmung kippte. Der Hausherr sagte mit verkniffenem Mund: „Dann gebt uns eben jeder zwanzig Euro für Übernachtung mit Frühstück.“

Nie habe ich mich mehr geschämt. Sie waren gastfreundlich gewesen und wir hatten das mit Geld anerkennen wollen. Noch heute finde ich es schade, dass ich ihre Gastfreundschaft nicht angenommen habe.